Kulturschock Indien

Indien war ein Kulturschock, ich wollte es am Anfang nur noch nicht ganz wahr haben. Das gute ist, Indien war endlich mal gruen, noch dem letzten Monat in der Wueste. Allerdings hatte Indien anfangs nicht so viel schoenes an sich. Ich kam morgens um 7 an. Genauer gesagt um 4, habe dann aber noch am Flughafen gefruehstueckt, bis die Metro fuhr. Ich bin von der Metro absichtlich nur grosse Strassen gelaufen, weil mir die kleinen Gassen irgendwie unheimlich waren.

delhi

Bin dadurch einen riesen Umweg zum Hostel gelaufen und das mit 20 kg Gepaeck. Das Hotel war aber vollkommen in Ordnung. Bin aber gleich am ersten Tag ins Regierungsviertel gewechselt zum Stadt anschauen, breite Strassen, weniger Menschen. Das konnte ich ertragen. Abendessen gabs bei KFC, weil ich mich nicht getraut hab, woanders zu essen.

 

Nach 1 1/2 Tagen, war ich so weit eingewoehnt, dass mir das alles nichts mehr ausgemacht hat. Die Inder mochten die Gegend dort am Main Basar irgendwie nicht so sehr. War aber ein guter Platz fuer Touristen. Ein wenig nervig waren nur die Inder. Wirklich! Delhi war echt penetrant. Menschen, die einen fotografieren wollen, Menschen die sich einfach neben dich gestellt und gegrinst haben und jeder wollte einem irgendwas verkaufen. Das war mir am Anfang etwas viel.

 

Und mir fehlte weiter der Wow-Effekt. Bin dann nach ein paar Tagen nach Agra gefahren – Taj Mahal.

taj-mahal

Optisch ganz schoen, aber die Stadt ist fast noch schlimmer als Delhi. Daher hatte ich auch nicht so richtig Freude dran. Bin dann noch nachmittags nach Fathepur Sikri gefahren. Mit dem Bus. Was ein Spass. Da war die Zugfahrt von Delhi nach Agra richtig angenehm. Fathepur Sikri selbst war dann noch mal enger. Nachdem ich 4-5 „Guides“, die angeblich keine Guides waren und auch gar kein Geld haben wollten, nach der Tour dann doch nach Geld gefragt haben, um sich dann zu beschweren, dass das was man gegeben hat zu wenig war, abblitzen liess, bin ich dem 5. dann doch erlegen. Zudem hatte ich noch Moskitos im Hostel Zimmer. Achja und einen Namen an der Eingangstuer gab es auch nicht. Alles ein wenig suspekt. Indien wurde nicht besser.

 

Nach Agra gings noch eine Nacht noch Delhi, war auf einmal schon ganz angenehm war. Es folgte Goa.  Goa war ganz andes. Alles was ich bisher gesehen hatte war dreckig. Aber nicht, ich-werfe-meinen-Muell-einfach-hier-her-dreckig, sondern wenn-ich-hier-zu-lange-bleibe-werde-ich-krank-dreckig. Goa war sauber, zivilisiert, hoeflich und vor allem schoen. Tolles Meer, Alt-Goa und super ansehnlich und die Tour zu den Dudhsagar Falls war atemberaubend. Endlich hatte ich mein Wow zurueck.

dudhsagar falls

 Nur der Strand war ein wenig ueberfuellt. Jedenfalls direkt am Aufgang. Warum Inder nicht auf die Idee kommen nach links und rechts auszuweischen, ist mir ein Raetsel. Einn wahre Geschichte. Am Zug. Zug faehrt ein. Noch bevor der Zug anhaelt versuchen Menschen aus- und anzusteigen. Ich bin im Wagen 3 (fiktiv), wie offenbar auch 50 andere Menschen. Eine Menschentraube bildet sich um die Eingaenge zu Wagen 3. Offenbar will niemand in Wagen 2. Also gehe ich zu Wagen 2 (von dem es einen Durchgang zu Wagen 3 gibt), steige dort ein und beobachte von drinnen noch geschlagene 20 Minuten, wie die Menschentraube langsam aber stetig in Wagen 3 verschwindet. Mir wurde im Zug von einem Inder erklaert, dass alle so beschaeftigt und gestresst sind und jeder nur versucht, durch den taeglichen Wust durchzukommen. Die Suche nach Alternativen kommt in diesem Konzept scheinbar nicht vor…..

 

Wie auch immer, Goa war super schoen. Musste aber fuer eine Nacht nach einmal das Hostel wechseln, und bin 10 km weiter noerdlich gelandet (urspruenglich Calangute, danach Anjuna) und dort war der Strand traumhaft. Hab hier auch eine ganze Menge Leute wieder getroffen, die mir schon vorher in Indien begegnet sind. Und es gab tolle Bars und Restaurants direkt am Strand, seichte Elektomusik und viele „fremde Touristen“. Das hatte mich zuvor am meisten gewundert, Indien ist zwar touristisch erschlossen, 75% der Touristen scheinen aber Inder zu sein, von daher freut man sich stellenweise ueber jedes europaeische Gesicht.

 

Hatte ein wenig Bedenken Goa wieder Richtung Norden zu verlassen – nach Rajastan (Jodhpur um genauer zu sein). Hat sich aber gar nicht begruendet. Jodhpur hat von Anfang an einen tollen Eindruck gemacht.

jodhpur

Es gab viel zu sehen (jedenfalls genug fuer 2 Tage) und die Stadt war erstaunlich sauber. Auch hier wieder wenige Probleme mit penetranten einheimischen.

 

Mann kann also sagen die ersten 7 Tage waren zum Abgewoehnen, die naechsten 9 dafuer umso besser. Es ist teilweise erstaunlich, dass es sich hierbei wirklich um 1 Land handelt. Die Hostels waren alle super. In Jodhpur so eine Art Home Stay. Ueberall konnte man super schnell Leute kennenlernen, auch an den Tagen, an denen ich gar keine Lust dazu hatte.

 

Indien ist riesig. Man kann hier locker mehrere Monate verbringen und hat dennoch nicht alles gesehen. Allerdings kann es je nach Ort vorkommen, dass man schon nach wenigen Tagen keine Lust mehr auf Indien hat. 16 Tage waren genau richtig. Waere ich nach Delhi und Agra abgereist, haette ich einen falschen Eindruck vom Land bekommen. Hab auch welche getroffen, die 4-6 Monate nur in Indien unterwegs sind. Vermute das uebertrifft aber, wieviel Indien ich ertagen kann.

 

Budget lag hier bei knapp 430 Euro (vor Ort), zuvor noch einmal gut 170 Euro fuer Fluege und 70 Euro fuers Visum. Man haette sicherlich auch mit weniger leben koennen, zumal auch die 5 Euro Unterkuenfte deutlich besser waren als das, was ich z.B. in Amman hatte. Fluege sind wegen der grossen Entfernungen recht teuer. Bus und Bahn geht deutlich billiger, erfordert aber teilweise viel Geduld und nerven. Zuege sind nicht immer sauber, schon gar nicht mehr nach 36 Stunden und die Strassenverhaeltnisse sind wohl das schlechteste, das ich je gesehen habe.

 

Indien ist sicherlich nichts fuer Einsteiger, sollte man aber auf jeden Fall mal erlebt haben!

 

MfG u.s.w.
Andy aka Yps

 

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