Misty Scottland

Ich muss ja gestehen, das Schottland für mich nie ganz oben auf der Wunschliste stand. Völlig zu unrecht.

Schottland ist insgesamt ein sehr sicheres und einfaches Reiseland. Busse fahren mehrmals täglich zwischen den größeren Städten hin und her. Schöner ist die Reise aber mit dem Mietwagen (wenn auch ziemlich teuer). Es macht Spaß den kleinen engen Straßen mit dem Auto entlang zu fahren und jederzeit die Möglichkeit zu haben, anhalten und Fotos machen zu können.

Meine Stationen im Einzelnen:

Glencoe

Verschlafenes Nest in den Highlands. Der Ort ist von ganzen “Berg”-Ketten umgeben. Berg setzte ich einmal in Anführungsstriche, da kaum eine Erhebung in Schottland die 1000 Meter Marke übersteigt. Dennoch ein perfekter Ort zum Trekken und Aussicht genießen. Die Pflanzenwelt ist alpin, Moose und Flechten in unterschiedlichsten Farben, dazu unzählige Wasserfälle.

Glencoe

 

Skye

Wurde im National Geographic zur viertschönsten Insel der Welt gekührt. Ob sie damit Recht haben, oder ob es eher Platz 10 sein sollte, sei einmal dahingestellt, die Tendenz ist aber klar: WOW! Man kann den Norden in Insel problemlos mit dem Auto in ein paar Stunden umrunden. Es gibt auch organisierte Fototouren, sogar von Edinburgh. Aber dadurch, dass es eigentlich nur 2 Straßen gibt, kann man keine der sehenswerten Landmarken übersehen. Highlights sind The Storr, die Mealt Falls und Quiraing.

Skye

 

Drumnadrochit

Direkt am Loch Ness gelegen, bieter der Ort Zugang zum Urquhart Castle und zum Loch Ness Exibition Center. Grundsätzlich ghört Loch Ness aber eher zu den unspektakulären Lochs (nicht Löcher) in Schottland.

 

Edinburgh

Wunderschöne Stadt, geht aber in der Schönheit der Natur des Landes ein wenig unter. Besonders wenn es regnet, wirkt alles irgendwie grau. Definitiv gemütlich und Sehenswert. Wenn man nur 3 Tage in Schottland hat, sollte man die aber eher in der Natur verbringen, als in der Stadt.

Edinburgh

 

Die Natur ist das Herz Schottlands. Die “Städte” hingegen sind oft verschlafene Nester, in denen nach Sonnenuntergang die Gehwege hochgeklappt werden. Wettertechnisch ist es immer windig und verregnet. Darauf sollte man vorbereitet sein, speziell, wenn man längere Wanderungen plant. Am besten Ganzkörper-Wasserschutz.

Die Saison geht in Schottland von Ostern bis Oktober. Danach sind einige Sehenswürdigkeiten nur noch begrenzt zugänglich, Fähren fahren unregelmäßig, dafür kann man dann aber die Einsamkeit sehr genießen. Die Reise nach Schottland war eher ein Versehen, dennoch aber ein voller Erfolg.

MfG u.s.w.
Andy aka Yps

Geschrieben am 16.11.2014 von Yps in Reise | 0 Kommentare |

Eine Woche Boston

Ich muss ja zugeben, als ich meinen neuen Job angefangen habm hab ich ja schon irgendwie gehofft, irgendwann man nach Boston zu dürfen. Ich hätte aber nie erwartet, dass man mich so schnell rüber schickt.

Leider ist eine Woche Urlaub nicht das selbe wie eine Woche Stadt anschauen. Speziell Boston hat den entscheidenden Nachteil, dass die Museen in der Regel um 17 Uhr schließen, damit fällt Kultur völlig raus, oder was man hier so als Kultur wertet. In Boston zählt schon ein Besuch eines Baseballspieles als Kultur. Ob ich dem so zustimme ist, noch nicht ganz klar, sicher ist aber, dass man in jedem Falle nicht ganz viel falsch macht, wenn man sich ein Spiel anschaut. Intessant und unterhaltsam alle Male, egal ob kulturell oder nicht.

Aber auch ansonsten hat die Stadt einiges zu bieten. Typisches Neuengland, sehr sehenswert und sehr höflich. Immer dem Freedom Trail folgend kann man die wichtigsten Sehenswürdigkeiten zu Fuß erreichen. Besonders hervorzuheben sind dabei:

Trinity Church: Eine alte Kirche im Herzen der Stadt. Nebenan steht ein gläserner Wolkenkratzer, ein perfektes Bild der beiden Gesichter der Stadt. Vor der Tür gibt eine kleine Rasenfläche, die zum Verweilen einlädt.

Trinity Church

Old State House: Für mich das schönste Gebäude der Stadt, ein altes Verwaltungsgebäude gefangen zwischen modernen Straßen und Häusern. Hier wurde 1776 die Unanhängigkeitserklärung verlesen. Beherbergt wird außerdem ein Museum.

Old State House

Quincy Market Hall: Der Quincy Market ist ein alte Markthalle in einem gemeinsamen Komplex mit dem Faneuil Market. Nebenan und dazwischen gibt es eine Reihe gemütlicher Bars und Restaurants.

Auch North End, Beacon Hill und die Newbury Street sind aber absolut sehenswert.

Auch wenn ich sonst kein großer USA-Fan bin, habe ich nun nach San Fransisco noch eine weitere Stadt gefunden, die mir sehr gefällt.

 

MfG u.s.w.
Andy aka Yps

Geschrieben am 18.09.2014 von Yps in Reise | 0 Kommentare |

The new Bucket-List

Bereits nachdem ich aus Machu Picchu zurückkam, folgte so ein kleines Gefühl der Leere. Ich hatte so viel gesehen, so viel gemacht und auf einmal…. Was sollten meine nächsten Reiseziele sein? Worauf soll ich in Zukunft hinarbeiten, auch wenn es wieder 20 Jahre dauert diese Wünsche zu erfüllen…? Daraufhin entstand folgende Bucketlist, die Reihenfolge ist dabei keine Prioritätenliste:

 

Ein Grenze mit dem Fahrrad überqueren / Myanmar

Nachdem ich nach Korea mit dem Schiff und nach Bolivien zu Fuß eingereist war, hab ich überlegt, dass es noch einen anderen Weg geben müsste. Ein wenig inspiriert wurde ich dann von der Möglichkeit Thailand mit dem Rad zu durchqueren. Vielleicht ist ganz Thailand etwas sehr enthusiastisch. Aber von Thailand nach Myanmar oder zurück sollte doch machbar sein. Außerdem sollte man Myanmar wohl eh so schnell wie möglich sehen, so lange es sich noch in einem halbwegs unangetasteten Zustand befindet.

 

Transsib / Asian Highway #1

Vielleicht sollte man nicht unbedingt die ganze Strecke von Moskau nach Wladiwostok/Peking fahren, um das Sitzfleisch zu schonen, aber vielleicht von Moskau 1-2 Tage lang in die russische Pampa oder in die Mongolei. Von da aus dann weiter auf dem Asian Highway #1 bis nach Tokyo oder durch Usbekistan (inspiriert von der RBB Doku Fernost). Wusstet ihr eigentlich, dass die “Pampa” eine Steppenlandschaft in Südamerika ist…?

 

Alaska / Island / Polarlichter sehen

Klar, Alaska und Island liegen nicht unbedingt nebeneinander, Hauptziel sind aber tatsächlich die Polarlichter. Da sowohl Island als auch Alaska zudem eine ziemlich aufregende Landschaft haben, würde ich dennoch beides gern sehen wollen. Mein Problem: Polarlichter gibts nur im Winter. Im Winter ist es auf Island und in Alaska aber sehr kalt. Das passt nicht unbedingt zu meiner Wohlfühltemperatur von 25 Grad und mehr.

 

Hawaii / Osterinseln / Tahiti

Es gibt eine Reihe von abgelegenen Paradies-Inseln, die ich gern einmal bereisen möchte. Die Gründe sind so simpel wie offensichtlich: Strand, warmes Wasser, Entspannung. Ich weiß, das sind nicht unbedingt die typischen Backpackerorte, aber man wird ja auch älter. Außerdem möchte ich gern noch einmal Schnorcheln oder vielleicht sogar Tauchen, irgendwo, wo die Tierwelt im Meer noch einigermaßen unberührt ist.

 

Kroatien – Plitvicer Seen

Der Plitvicer Lake Nationalpark ist einer der einzigartigsten Seen- und Wasserfalllandschaften überhaupt. Ich weiß ja, Bilder können täuschen, aber wenn ich mir das so anschau, gibt es daran kein vorbei.

 

Südafrika / Safari

Afrika ist in meinem Leben bisher recht kurz gekommen. In meinem Kopf fühlt sich Afrika allerdings recht gefährlich an. Dennoch  gibt es ein paar Dinge, die ich unbedingt einmal sehen möchte, z.B. Kapstadt. Außerdem möchte ich einmal die “Big five” in freier Wildbahn sehen – so lange es noch möglich ist. Die Safari könnte man sicher auch in einem authentischeren afrikanischen Land machen, wie Kenia oder Tanzania. Da Südafrika im Allgemeinen als sehr sehenswert empfunden wird, ließe sich das hier aber gut verbinden.

 

Weiße Nachte von St. Petersburg

Jedes Jahr zur Sommersonnenwende werden in St. Petersburg die weißen Nächte gefeiert. In dieser Zeit wird es nie richtig dunkel. Außerdem gehört die historische Innenstadt zum UNESCO Weltkulturerbe.

 

Mexiko – Chichen Itza

Die Chichen Itza Pyramide zählt zu den bedeutendsten Überresten der Maya in Mexiko und einer der größten noch erhaltenen Tempelanlagen des vorkolonialen Lateinamerika.

 

Nepal / Tibet

Spirituell reizvoll finde ich Nepal und Tibet. Vielleicht ein guter Ort, zum Durchleben einer Midlife-Crisis. Vielleicht nicht unbedingt im Schweigekloster, aber irgendetwas, wo man sich damit beschäftigen kann den ganzen Tag dem Himalaya zu lauschen.

 

Niagarafälle

Obwohl ich die USA nicht unbedingt als eines der aufregendsten Reiseländer empfinde, die Niagarafälle wären es wert noch einmal dorthin zu reisen.

 

Amazonas

Ich mag den Regenwald. Der Amazonas ist für mich aber die Mutter der Regenwälder. Hier ein mehrtägiger Jungle-Track muss atemberaubend sein.

 

Papua / Borneo

Noch einmal Regenwald und Abgeschiedenheit. Die Inseln sind relativ dünn besiedelt und spielten in der Zeit der Kolonialisierung keine bedeutende Rolle, trotz einer recht zentralen Lage zwischen Südostasien und Australien. Daher ist die Lebensweise hier recht naturbelassen. Selbst in Sumatra wurde mir mitgeteilt, dass da “die Wilden” leben und Sumatra ist nicht gerade für Einkaufszentren und Flatscreens bekannt.

 

Ägypten – Pyramiden

Wahrscheinlich sehr überlaufen, dennoch glaube ich, dass man, wenn man viel herumkommt, die Pyramiden in Ägypten gesehen haben muss.

 

England – Stonehenge

Wenig exotisch, aber warum immer in die Ferne schweifen. Es gibt nicht viele derart antike Stätten in Europa, außerdem soll Südengland sehr schön sein. Definit aber etwas, das Zeit hat. Vielleicht lässt sich das ganze ja mal mit einer Reise nach Wales oder Irland verbinden.

 

Rom – Sixtinische Kapelle

Ich weiß, ich war gerade erst in Rom. Daher finde ich auch schade, dass ich die Sixtinische Kapelle nicht gesehen hab. Im Film Good Will Hunting fragt Robin Williams Matt Damon, ob er wisse, wonach es in der Sixtinischen Kapelle riecht. Ich bin mir sicher, es ist nicht so spektakulär, aber ich würde es trotzdem gern irgendwann herausfinden, vielleicht aber auch erst in 20-30 Jahren. Rom ist es sicher wert irgendwann noch einmal hinzufahren.

 

Es gibt sicher noch eine reihe weiterer Sehenswerter Orte auf der Welt, die sehenswert sind, aber irgendwo muss man anfangen. Ich würde ganz gerne auch noch Wale sehen (die großen), oder in die Karibik (Havanna muss von eine der schönsten Kolonialstädte der Welt sein), vielleicht auch Karneval in Rio oder St. Patricks Day in Dublin, Ganz sicher noch einmal Neuseeland oder auch die Tempelanlage Preah Vihear in Kambodscha und ganz sicher auch irgendwann Ayers Rock in Australien. Damit sollte ich dann aber erst einmal eine Weile beschäftigt sein.

Was sind denn eure Träume?

 

MfG u.s.w.
Andy aka Yps

Geschrieben am 15.05.2014 von Yps in Reise | 2 Kommentare |

Flucht nach Rom

In knapp einer Woche gehts auf nach Rom! Wieder einmal kam ich von einer Reise zurück und wollte am liebsten direkt wieder aufbrechen. Eigentlich wollte ich nach meiner Weltreise nur eine neue Bucketliste erstellen, eine Liste neuer und übriger Reiseziele, um etwas zu haben, worauf ich in Zukunft hinarbeiten kann. Inspiriert von dieser Liste und den Urlaubspiraten bin ich dann recht schnell auf Rom gekommen, auch weil ich hier gleich 2 Punkte abarbeiten kann und ich wohl der einzige bin in meinem engeren Bekanntenkreis, der noch nie in Rom war.

Da bei den Urlaubspiraten die besten Konditionen oft nicht von Berlin aus gelten, oder recht begrenzt verfügbar sind, musste ich mich anderweitig nach günstigen Angeboten umschauen. Wichtig war eh nur ein günstiger Preis und zentrale Lage, so viel Zeit werden wir wohl kaum im Hotel verbringen.

Um mir die Wartezeit in Berlin so angenehm wie möglich zu machen, haben ich mir schon diverse Touristenattraktionen in den letzten Wochen angeschaut. War zuletzt sogar zum ersten Mal auf der Siegessäule.

Die große Erkenntnis, warum Berlin einfach einmalig und doch mein Platz zum Leben ist, gabs jetzt aber am Wochenende bei den Wohnzimmerkonzerten organisert von Polly&Bob. Absolut sympatische Berliner und zugezogene haben hier ihr Wohnzimmer einer oder mehreren Bands, sowie einem kleinen exklusiven Publikum zur Verfügung gestellt. So nah kommt man normalerweise nur Freunden beim Musik machen oder Straßenkünstlern.

Auch wenn Rom ursprünglisch als Flucht aus Berlin geplant war, schließt die Reise jetzt meine Wiederankunft endgültig ab.

Die oben erwähnte neue Bucketliste gibts beim nächsten Mal.

MfG u.s.w.
Andy aka Yps

Geschrieben am 28.04.2014 von Yps in Reise | 0 Kommentare |

Eine Weltreise – Die Highlights, Teil 2

Hier nun die Plätze 10 bis 1 der absoluten Must Dos meiner Reise.

 

Platz 10

Vietnam – Sa Pa

Wer sich für Natur und einen authentischen Einblick in Vietnam interessiert, kommt an Sa Pa im Norden des Landes nicht vorbei. Eine Reihe ein- bis mehrtätiger Treks in die umliegenden Dörfer starten von hier. Die Berglandschaft mit ihren Reis-Terrassen soweit das Auge reicht sind äußerst beeindruckend. Zudem hat jedes Dorf seine eigene traditionelle Kleidung, die sich zumeist in Farbe und Musterung von den anderen unterscheiden.

Viele Dorfbewohner haben bereits gemerkt, dass es lohnenswerter ist die Touristen auf ihrem Weg durch die Dörfer zu begleiten. Die Verkaufspraktiken sind allerdings recht unpenetrant.

Wer möchte kann auch bei einen der Familien im Dorf übernachten.

Ein kleiner Geheimtipp: Das Dorf Cat Cat ist zumeist nicht Teil von Gruppentouren und eignet sich daher sehr zur individuellen Erkundung, da die anderen Dörfer sehr überlaufen sind.

 

Platz 9

Neuseeland – Tongariro Crossing

Neuseeland ist berühmt für seine Natur und eine sehr hohe vulkanische Aktivität. Beides kann man beim Tongariro Crossing in einer beeindruckenden Form sehen und Erleben. 20 km Vulkanlandschaft aus kargem Gestein und alpiner Pflanzenwelt kann man in 6-8 Stunden durchschreiben. Das Wetter ist so wechselhaft, dass die Sicht innerhalb weniger Minuten von 100 auf 0 umschlagen kann und auf einmal findet man sich im dichten Nebel wieder.

Einige Teile des Treks wirken sehr organisiert, einige Abseitspfade bieten aber genug Freiraum um sich auch mal gewollt verloren zu fühlen. Definitiv einer der schönsten Treks, die ich je gemacht habe, zu einem sehr fairen Preis.

tongariro crossing

 

Platz 8

Indonesien – Bali

Bali ist die Wunderkiste Indonesiens. Die kleine Insel lässt sich bequem mit dem Moped umrunden. Der Verkehr ist trotz Linksverkehr nicht über die Maßen gefährlich.

Auf Bali findet man Traumstrände genauso wie einmalige Tempel, wunderbare Natur mit Vulkanen und Reisterassen, sowie tolle Spots zum Tauchen und Schnorcheln.

Ein toller Ort für jeden, der viel sehen möchte, aber nicht allzu viel Zeit hat.

 

Platz 7

Peru – Huacachina

Und auf einmal findet man sich in der Wüste wieder. Huacachina ist eine Oase am Rande der der peruanische Wüste, nur wenige Kilometer von Ica entfernt. Ica wird von jedem größeren Busunternehmen in Peru angefahren, lädt aber wenig zum Bleiben ein, Huacachina kann man daher leicht übersehen.

Das Dorf besteht im Großen und Ganzen nur aus Bars, Restaurants und Unterkünften, an einer Lagune, umgeben von bis zu 100 Meter hohe Sanddünen. Sehr zu empfehlen sind Dünensurfen oder eine Fahrt mit dem Buggy.

Zum Abend hin wird Huacachina leerer. Zum Sonnenuntergang verwandelt sich die Wüste in ein Meer aus Gold. Definitiv ein Grund um hier auch eine Nacht zu verbringen.

Einige Reiseführer und Webseiten behaupten, dass das Dorf noch immer unter den Folgen eines Erdbebens zu leiden hätte und nahezu zerstört wäre. Davon kann aber keine Rede sein.

 

Platz 6

China – The Great Wall

Hätte man nur einen Tag in China, müsste das Ausflugsziel Chinesische Mauer heißen. Die Mauer ist atemberaubend, wie sie sich über die Bergkuppen windet – soweit das Auge reicht. Besonders sehenswert sind die nicht so sehr restaurierten und auch weniger besuchten Abschnitte um Jinshanling. Wer die Möglichkeit hat, sollte die Tour aber individuell planen, da man bei den geführten Touren ein wenig gehetzt wird, dennoch sehr erlebenswert.

 

Platz 5

Australien – Great Barrier Reef

Ich mag ja an sich kein Wasser. Wenn es dennoch etwas gibt, das mich so lange im Wasser fesseln kann, dann muss es schon etwas ganz Besonderes sein. In Cairns findet man eine große Anzahl unterschiedlichster Anbieter in unterschiedlichsten Preiskategorien. Weiter weg vom Festland heißt in der Regel weniger Touristen und dafür ein höherer Preis, oft büßt man durch die weitere Fahrt aber auch Zeit zum Schnorcheln ein. Ich habe aber keinerlei Klagen gehört, es gibt eben keine negative Form von einmalig.

Die Vielfalt der Fisch- und Korallenwelt ist unbeschreiblich. Dennoch sieht man auch Stellen, an denen das Riff unter den vielen Touristen und dem Klimawandel zu leiden haben. Daher kann das Fazit nur lauten, besser heut als morgen noch hinzufahren.

great-barrier-reef

 

Platz 4

Neuseeland – Wai O Tapu

Wai O Tapu ist einer von vielen geothermischen Nationalparks zwischen Rotorua und Taupo, dem Ort der Erde, der nach dem Yellowstone Nationalpark die stärkste vulkanische Aktivität aufweist. In einer beeindruckenden Vielfalt wird hier offenbart, wozu der Planet in der Lage ist. Kochende Seen in allen Farben und Formen, blubbernder Schlamm, wasserspeiende Geysire – wenn auch mit Seifenwasser wachgekitzelt – zeigen, dass Neuseeland nicht nur himmlisch, sondern auch höllisch ist.

 

Platz 3

Sumatra – Bukit Lawang

Bukit Lawang ist ein kleines Dorf und Ausgangspunkt für mehrtätige Trekkings in den Regenwald Sumatras. In diesem Teil des Jungels findet man die größte Ansammlung freilebender Orang Utans weltweit. Es heißt, beim 7-tägigen Trek könne man sogar wilde Tiger sehen. In jedem Fall ein Abenteuer fernab von Elektrizität aber auch frei von Duschen und Toiletten. Wer für Natur etwas übrig und keine Angst vor Spinnen und Schlangen hat, ist hier richtig. Habe gehört, dass es noch sehr viel schönere Treks auf Sumatra gibt z.B. von Ketambe startend, habe da aber keine Erfahrung, war mit Bukit Lawang äußerst zufrieden.

Achja, ganz wichtig: Immer schön auf Blutegel achten.

 

Platz 2

Peru – Machu Picchu Trek

Machu Picchu gehört wohl zu den beeindruckendsten Bauwerken der Welt. Definitiv dazugehören sollte aber ein Trek dorthin. Die Treks sind äußerst herausfordern und die Höhenluft hat schon so manchen in die Knie gezwungen. Betritt man am Ende der Reise Machu Picchu, hat man sich den Ort aber redlich verdient.

Die Treks kosten für peruanische Verhältnisse ein Stange Geld. Der original Inca Trail soll am schwierigsten sein, kostet aber auch gut 430 Dollar. Hatte mich selbst für einen deutlich günstigere Option entschieden, weil mich 4 Nächte im Zelt auf 4000 Meter Höhe doch etwas abgeschreckt haben, im Nachhinein denke ich aber, dass das auch zu meistern gewesen wäre.

 

Platz 1

El Salvador – Meanguera

Das wohl unvergesslichste Erlebnis meiner Reise war, auch auf Grund von tollen Begleitern, die Insel Meanguera. Sind vom “La Tortuga Verde” mit einem handgeschriebenen Zettel bewaffnet gestartet und haben die “Fähre” von La Union genommen, die deutlich überladen war. Nach mehreren Stunden Fahrt mussten wir die kleine Insel umrunden zur nahezu menschenleeren Rückseite der Insel. Nur ein paar Fischer lebten dort, die am Morgen ihre Netze auswerfen wollten und uns auf Grund des Zettels in Hängematten direkt am Strand schlafen ließen.

Sobald es dunkel wird, sieht man kleines leuchtendes Krill im Wasser, die in jeder Welle an Land gespült werden und mit dem zurückweichenden Wasser wieder verschlingen. Ein absolut unübertreffbares WOW!

meanguera

 

MfG u.s.w.
Andy aka Yps

Geschrieben am 14.04.2014 von Yps in Reise | 0 Kommentare |

Eine Weltreise – Die Highlights

Es ist nicht ganz einfach, die Highlights der Reise zusammenzufassen, oder gar in eine sinnvolle Reihenfolge zu bringen, zumal es gerade auf den Plätzen zwischen 10 und 20 noch einmal eine Reihe von Veränderungen gab, weil Erinnerungen sich ändern und einzelne Wermutstropfen oder negative Aspekte eher in Vergessenheit geraten. Auch möchte ich Anmerken, dass es sich hier nicht um die Highlights aller meiner Reisen handelt, sondern sich nur auf die Weltreise bezieht, Angkor Wat z.B. kommt in diesem Ranking nicht vor.

Auch ist es recht schwierig, einen Tag oder einen Moment isoliert zu betrachten, manchmal scheint die “Sehenswürdigkeit” eher klein und unbedeutend, der Moment ist aber perfekt, dafür fallen nahezu perfekte Gebäude wie z.B. Taj Mahal als dem Ranking heraus, weil das Drumherum nicht stimmte. Zudem sind überraschend viele Städte aus dem Ranking gerutscht, begeisternde Städte wie Istanbul, Tokyo und Shanghai musste sich den entlegensten Teilen der Erde geschlagen geben.

Lange Rede kurzer Sinn. Hier meine Toplist: Plätze 20 bis 11.

 

Platz 20

Kyoto – Golden Pavillon

Kyoto ist die kulturelle Hauptstadt Japans und besitzt mehr als 100 Tempel. Viele sind ganz hübsch, wahrscheinlich hat aber noch nie jemand alle Tempel gesehen. Es gibt etwa 10-20 Tempel, die man gesehen haben sollte, einen möchte ich hier besonders hervorheben: Den Goldenen Pavillon. Die oberen Etagen sind komplett mit Blattgold überzogen, ein einmaliger Anblick. Der Pavillon befindet sich am Rande eines Sees, aus dem richtigen Winkel spiegeln sich Pavillon, Bonsaibäume und Himmel im Wasser. Kleines Minus: Das komplette Gelände ist generell überfüllt und man wird quasi auf dem Fließband zu den einzelnen Fotostellen geleitet, damit man auch möglichst schnell wieder geht und so Platz für weitere Besucher macht.

Golden Pavillon

 

Platz 19

Goa – Dhugsagar Falls

Die beeindruckendsten Wasserfälle meiner Reise befanden sich in Goa, Indien, mitten im Dschungel. Bester Zeitpunkt für einen Besuch ist Anfang Oktober, direkt nach Ende der Regenzeit. Der Weg ist dann besonders abenteuerlich, mit dem Moped vorbei an Eisenbahngleisen, durch 40 cm tiefe Wasserläufe, die sich über die schlecht befestigten Straße ziehen, am Ende gehts noch zu Fuß gut 20-30 Minuten einen Berg hinauf. Die Aussicht ist mehr als lohnenswert. Am Fuße des Wasserfalls gibts einen kleinen See zum Baden. Das Wasser sollte man aber besser nicht trinken, auch wenn der indische Guide sagt, es wäre ok.

 

Platz 18

Türkei – Ephesos

Ephesos ist eines der größten zusammenhängenden Komplexe altgriechischer Baukunst auf der Welt. Man findet ein Theater, Badehäuser, die berühmte Celsius Bibliothek, genauso wie mehrgeschossige Wohnhäuser, alles in einem relativ guten Zustand. Interessant ist zudem die Ausrichtung des Straßensystems und die Lage der Gebäude zueinander. Man bekommt eine vage Vorstellung davon, wie beeindruckend diese Stadt vor 1500 Jahren gewesen sein muss, in einer Zeit, in der es nur wenige große Städte gab.

Ein wenig abseits befinden sich noch die Ruinen des Tempels der Artemis, eines der 7 Weltwunder der Antike, gegenüber dem Hauptkomplet ist diese Ruine aber recht unbeeindruckend.

Ephesos ist von Izmir relativ günstig mit dem Zug erreichbar. Man kann auch eine geführte Tour von dort aus buchen, die kostet aber gut das 10-fache. Auch hier wieder ein kleines Minus für die Besuchermassen. Beste Zeit für einen Besuch ist, trotz sengender Hitze, die Mittagszeit oder der frühe Nachmittag, da die meisten Touristen dann nach einem Schattenplatz suchen.

 

Platz 17

Java – Borobudur

Die Insel Java ist die am dichtesten besiedelte Insel Indonesiens. Städte wie Jakarta und Yogyakarta sind nicht unbedingt touristische Anziehungspunkte. Allerdings bietet gerade letztere 2 der beeindruckendsten Tempel der Welt, hier möchte ich Borobudur besonders hervorheben. Der Zugang zur Spitze des Tempels erfolgt über mehrere Terrassen. Jede Terrasse ist übersäht mit Wandreliefs und Buddhafiguren. Man kann hier Stunden verbringen und entdeckt doch immer wieder etwas Neues. Leider habe ich kein Foto machen können, was die Ausmaße des Tempels auch nur annähernd korrekt wiedergibt.

Borobudur Tempel

 

Platz 16

Sydney – Silvester

Mit der Silvesterparty in Sydney, unter der Harbour Bridge mit Blick auf die Oper, habe ich mir einen Jugendtraum erfüllt. Silvester in Sydney ist ein Tagesevent. Bereits am frühen Nachmittag pilgern die Menschen los, um sich die besten Plätze zu sichern, einige Spontanreisende verbringen gar eine Nacht hier, da Sydney an diesem Tag aus allen Nähten platzt. Der Tag fühlt sich aber weniger nach reiner Wartezeit an, sondern ist eher vergleichbar mit einem Tag im Park, in dem zugegebenermaßen noch 50.000 andere Menschen sitzen. Bereits um 18 Uhr beginnt das Programm. Das Hauptfeuerwerk um 24 Uhr ist atemberaubend. Nach so viel Zeit an der frischen Luft endet dann der Tag um 2 Uhr morgens – das ist mir wohl in Berlin zu Silvester noch nie passiert.

 

Platz 15

Vegas, Baby!

Eine Stadt hat es dann doch ins Ranking geschafft: Sin City Las Vegas. Die Stadt ist absolut durchgeknallt. Es blinkt und klimpert an allen Ecken. Jedes Hotel hat sein eigenes Thema: Paris, New York, Rom… Wer möchte, braucht sein Hotel niemals zu verlassen. Neben einem Casino findet man auch überall gute Shoppingmöglichkeiten. Zudem gibts jede Menge Alkohol. Ein betrunkener Spieler ist ein guter Spieler. Vernunft ist hinderlich. In Las Vegas ist Zeit relativ. Einige Hotels haben sogar simulierte Tages- und Nachtzeiten. Auch wenn Las Vegas eine Ansammlung von Klischees ist, ist die Stadt doch etwas, das man erlebt haben muss.

Las Vegas

 

Platz 14

Indien – Jodhpur

Gleich noch eine Stadt und schon die 2. Sehenswürdigkeit aus Indien: Jodhpur, die blaue Stadt im “Land der Könige”.

In Jodhpur leben nur wenige Menschen vom Tourismus, so kommt es, dass man zwar als fremd wahrgenommen, aber nicht permanent angebettelt wird. Die Stadt besteht aus einer Vielzahl von blauen Häusern, früher ein Zeichen, dass dort Geistliche leben. Das Ausmaß der Farbenpracht ist von der Meherangarh-Festung sichtbar, welche auf einem Felsen oberhalb der Stadt thront und von beeindruckenden Mauern geschützt ist. Quasi direkt am Hang des Felsens befindet sich zudem ein Tempel, der von überall in der Stadt sichtbar ist.

Die Stadt erwacht mit Sonnenaufgang. Die Geräusche, von denen man geweckt wird, stammen aber von Affen, die sich über die Häuserdächer fortbewegen.

 

Platz 13

San Francisco – Cable Car

Die Cable Cars einfach als alte Straßenbahnen zu bezeichnet wird ihnen nicht annähernd gerecht. Anfangs wollte ich gar nicht mitfahren, es lohnt sich aber. Die fahrt kommt eher einer Achterbahn gleich, natürlich in sehr gemäßigtem Tempo und ohne Überschlag. Der Fahrer muss aber ganze körperliche Arbeit leisten. Bergauf klingt sich die Bahn in ein unterindisches Seil ein und lässt sich daran hochziehen. Der Fahrer sieht derweil aus, als müsse er sich persönlich an diesem Seil festhalten. Bergab wird die “Klammer” gelöst und das Cable Car rollt, zumeist ein wenig unkontrolliert gebremst, den Berg herunter. Oft kommt das Cable Car dabei erst mitten auf der nächsten Kreuzung zum Stehen. Empfehlung: Unbedingt mitfahren und als Autofahrer niemals auf seine Vorfahrt pochen.

 

Platz 12

Türkei – Kappadokien

Eine der einmaligsten Landschaften findet man in Kappadokien in der zentralen Türkei. Meterhohe Asche-Gesteinsschichten wurden über Jahrtausende durch Wind und Wasser teilweise abgetragen, zurück bleibt eine surreale Landschaft aus Felsen und Schluchten. Diese Felsen wurden viele Jahrhunderte lang als Wohnraum vom Menschen genutzt. Einige Höhlen führen so weit in den Berg hinein, dass an Tageslicht nicht mehr zu denken ist. Ein unterirdisches Labyrinth aus Gängen und Kammern, das man an vielen Stellen ungeführt erkunden kann. Ein echtes Abenteuer.

 

Platz 11

Peru – Islas de Uros

Besucht man die peruanische Seite des Titikakasees, kommt man an den Islas de Uros nicht vorbei. Die Inseln bestehen aus mehreren zusammengebundenen Erd-Klötzen. Die Fläche dazwischen wird mit Schilf ausgelegt und permanent erneuert. Es gibt etwa 80 dieser schwimmenden Inseln, jede für sich ist ein eigenes Dorf. Definitiv eines der interessantesten Wohnraumkonzepte der Welt, wenn es auch heute hauptsächlich touristisch anmutet.

 

Die Plätze 10 bis 1 folgen demnächst.

 

MfG u.s.w.
Andy aka Yps

Geschrieben am 07.04.2014 von Yps in Reise | 0 Kommentare |

Fazit eines Weltreisenden

Nach 10 Tagen Deutschland komme ich langsam wieder im Alltag an. Ich fange wieder an mich zu ärgern, wenn die nächste U-Bahn erst in 4 Minuten kommt. Regen ist wieder etwas Nerviges geworden anstatt einfach nur ein Umstand zu sein, den ich nehme, wie er kommt – man kann es eh nicht ändern. Die deutsche Bürokratie hat mich ebenfalls wieder eingeholt und meldet sich jeden Tag mit einer kleinen Aufgabe für mich.

Beim ersten Durchsehen der Fotos wurde mir klar, wie wenig verschieden die Orte auf Fotos wirken. Die Fotos wirken alle irgendwie gemäßigt, die schönen Dinge sind nicht mehr atemberaubend, die hässlichen Dinge wirken eher, als müsste man mal wieder mit einem feuchten Lappen drüberwischen, dann geht das schon wieder. Mir fehlt das Gefühl dabei. Mir fehlt es Dinge zu “Mindshoten”, diese Momente, die zu ungreifbar sind, als dass man überhaupt versucht, sie in einem Foto festzuhalten.

Wie auch nach meiner letzten Reise habe ich direkt wieder den nächsten Trip geplant, so als lohne es sich nicht im Hier und Jetzt zu verweilen.

Ich habe noch ein wenig Probleme mich großen Menschengruppen hinzugeben. Parties sind mir momentan zu viel. Zu Hause zu sein ist mir zu wenig. Das ändert sich vielleicht wieder, wenn ich einen echten Tagesablauf habe. Aber ist das dann selbst gewählt oder antrainiert?

Auf der Reise habe ich für mich gelernt, dass ich Schwierigkeiten habe Menschen kennenzulernen – nein, das ist so nicht richtig – ich habe Schwierigkeiten Dinge und Erinnerungen zu teilen mit Menschen, die ich nicht als enge Freunde haben möchte. Ist mir jemand sympatisch teile ich gern. Ich habe nur lieber meine ganz private Erinnerung als meine Vorhaben an jemanden anzupassen, der nur einfach der einzige ist der da ist. Das setzt sich jetzt so ein wenig fort…

Ich konnte schon immer mit Geld gut umgehen, dennoch überrascht mich selbst ein wenig, wie punktgenau ich mein Budget ausgeschöpft habe. Mit viel weniger hätte ich aber auch nicht leben wollen. Ich möchte nicht alle 2 Wochen das Land wechseln und überall auf die wesentlichen Sehenswürdigkeiten verzichten, weil es mir zu teuer wäre. Allerdings, im Nachhinein, bin ich trotzdem froh, so häufig das Land gewechselt zu haben, weil so oft das nächste einfach noch einmal etwas einmaliger und erlebenswerter war als das letzte – was nicht heißt, dass ich ich so eine Reise noch einmal in dieser Form mache. Die nächste große Reise hat wohl eher den Fokus Lateinamerika für mehrere Monate. Diese Reise war so etwas wie “Die lange Nacht der Museen”, ich konnte einmal schauen was mir gefällt und wo ich noch einmal hinmöchte, und was sich eher nicht lohnt. Was mich überrascht? Wie wenig ich eigentlich von der Welt bisher gesehen habe.

weltkarte

Ich habe immer gedacht, man kehrt am ehesten zu dem Kontinent zurück, den man als erstes besucht hat. Allerdings hat mich Südamerika gelehrt, dass es auch noch andere aufregende Orte gibt.

Was ich gelernt habe? Ich habe gelernt, mit wenigen Dingen zu leben. Die Hälfte meiner Habseligkeiten liegt noch immer in Kisten verpackt im Keller. Ich habe keine Vorstellung, was sich darin befinden. Was immer es ist, ich habe es weder in den 6 Monaten der Reise, noch in den wenigen Tagen danach vermisst. Ich habe gelernt, dass Struktur und Ordnung überbewertet wird. Manchmal gibt es keine Ampeln, kein warmes Wasser, kein richtiges Bett und die Welt dreht sich trotzdem.

Was ich vermisse? Mir fehlt die Tatsache jeden Tag etwas Neues zu sehen – obwohl ich das mit etwas Mühe wohl auch in Berlin weiterführen könnte – mit offenen Augen durch die Welt gehen und mich an den kleinen Dingen des Lebens erfreuen – aber es ist eine Herausforderung.

Mir fehlen die offenen Menschen auf der Welt. Die Tatsache, dass man jeden wildfremden westlich aussehenden Menschen auf der Straße anlächelt, hallo sagt. In Berlin lebt irgendwie jeder in seiner eigenen kleinen Welt.

Mir fehlt die Welt….

MfG u.s.w.
Andy aka Yps

Geschrieben am 26.03.2014 von Yps in Reise | 2 Kommentare |

Bolivien – oder Peru die 2.

Wenn ein Land auf meiner Reise zu kurz kam, dann war es ganz sicher Bolivien.

Bin mit dem Nachtbus von Cusco nach Copacabana gefahren. Gegen 7 Uhr Umsteigen in einen Minibus, der bis zur Grenze fuhr. Hinter der Grenze gabs dann einen weiteren Minibus für die letzten Kilometer nach Copacabana. Hat aber alles reibungslos funktioniert.

Copacabana ist sehr touristisch. Der Strand ist zum Baden äußerst ungeeignet aber voll mit Bars und Restaurants. Darüber hinaus gibt es eigentlich nur eine interessante Straße und ein paar Ruinen in der Umgebung (zumeist auf Bergen), die aber alle äußerst zustört sind und wenig an ihren Ursprung erinnern lassen.
Berge sollte man bei einer Starthöhe von 4000 Metern ernst nehmen. Hatte vom Busbahnhof gut 200 Meter (Distanz) zu überwinden und musste auf halben Wege pausieren.

Nach Sonnenuntergang werden in Copacabana die Bürgersteige hochgeklappt. Viele Touristen verbringen eine Nacht auf der Isla del Sol, was aber nur eine weitere Insel ist.

Da mein Hauptgrund hierher zu fahren die Uros Inseln, die schwimmenden Inseln im Titicacasee waren, diese aber nur von Puno aus erreichbar sind, gings am Folgetag zurück nach Peru. Im Bus gabs einen Tour Guide, der gleich alle abgefangen hat, die auf den Inseln oder irgendwo hin weiterreisen wollten. Daher hatte ich 0 Eigenorganisation.

Die Islas de los Uros sind ziemlich einmalig, bei allem was ich schon gesehen hab. Jedes Tourunternehmen scheint seine “eigene” Inselgruppe zu haben, so dass man, bis auf die Restaurant-Inseln, nur kleine Gruppen antrifft. Ob die Inseln noch heute wirklich bewohnt sind ist fraglich, dennoch interessant, auf welche Ideen Menschen bei der Wahl ihres Lebensraums kommen und wie man auch auf reinen Schilfinseln Ackerbau und Viehzucht betreiben kann.

islas_de_los_uros

Puno ist ein Ort, durch den man von Bolivien kommend quasi durchgeschleust wird. Man kann ohne Probleme in Copacabana übernachten, die Uros Inseln mitnehmen und am selben Tag den Nachtbus nach Cusco nehmen. Es gibt auch so richtig keinen Grund in Puno zu bleiben. Von Peru ist das leider nicht so einfach.

Ich wollte eh nach Bolivien zurück. Das wird nach der Tour recht knapp, da der letzten Touristenbus gegen 14:30 Uhr fährt. So wurde ich vom Tour Organizer in den Localbus nach Yunguyo, dem letzten Ort auf Seiten Perus gesetzt. Der Bus sah auch so aus, als hätte er auf mich gewartet. War gegen 18:30 Uhr an der Grenze, so dass ich Peru tatsächlich noch am selben Tag verlassen konnte. Leider hatte das bolivianische Immigration Office schon geschlossen, so dass ich am Folgetag noch einmal zur Grenze musste, meinen Eingangsstempel holen (und zum peruanischen Immigration Office, um den Ausgangsstempel aktualisieren zu lassen).

La Paz ist auf den ersten Blick nicht sonderlich schön, entfaltet sich aber mit der Zeit. Die Stadt liegt mitten in einem Tal, umgeben von Bergen. Im Hintergrund sieht man schneebedeckte Berge. Erlebenswert sind die versteckten Dinge, wie der Hexenmarkt. Touristisch oder nicht, dieser Ort ist speziell. Von Kräuterchen, die einem vom Alkohol abbringen sollen bis zum getrockneten Lima-Fötus ist alles zu bekommen. Entwas speziell sind auch die Leute, die sich als Zebras verkleidet auf den Zebrastreifen stellen, um den Verkehr zu regulieren.

Ein wenig entfernt in Richtung Peru – nein, ich habe die Grenze an diesem Tag nicht nochmal überschritten – liegt der Ruinenkomplex von Tiahuanaco. Die Tempel sind verhältnismäßig gut erhalten für Bolivien, wenn auch kein ganz großes “Wow”.

tiahuanaco

Wem das zu langweilig ist, der kann die Death Road, die angeblich gefährlichste Straße der Welt, mit dem Mountainbike hinunterfahren. Je nach Preis und Veranstalter kann das zwischen recht kontrolliert bis ziemlich gefährlich sein. Vielleicht das nächste Mal, wenn ich im der Gegend bin.

Bolivien braucht eine Weile, bis man sich hier eingelebt hat, ist aber äußerst vielseitig und hat viele Sehenswürdigkeiten, die über die bekannten Tempel/Berge/Gewässer hinaus gehen, z.B. die Salzwüste bei Uyuni, wofür ich aber mindestens 3 weitere Tage benötigt hätte.

In Bolivien schlägt das Wetter weger der großen Höhe schnell um. Temperatur ist hier sehr relativ. Man kann sich hier bei 10 Grad einen Sonnenbrand holen und gleichzeitig erkälten. Es gibt aber auch tropische Teile, in denen man konstant über 25 Grad hat.

Bolivien hat vielleicht nicht die bekanntesten Sehenswürdigkeiten, ist aber deutlich mehr als einfach nur ein Durchgangsland zwischen Peru, Brasilien und co.

MfG u.s.w.
Andy aka Yps

Geschrieben am 18.03.2014 von Yps in Reise | 0 Kommentare |

Peru – Zwischen Wüste und Meer

Lima
Lima als Stadt gewinnt, wie viele andere Städte in Peru, keinen Schönheitspreis. Lima hat aber einen historischen Stadtkern, besonders sehenswert um den Plaza Mayor und der San Francisco Kirche herum.

plaza_mayor_lima

Unbedingte Must Do’s sind ein Besuch der Katakomben von San Francisco. Wer dann noch Zeit hat, sollte ein Ausflug nach Mariflores oder Barranco machen. Beide Stadtteile sind etwas wohlhabender als der Stadtkern und voller gemütlicher Bars und Restaurants. Außerdem gibt es Strände, auch wenn diese nicht unbedingt zu den schönsten der Pazifikküste zählen.

Sobald man Lima Stadt verlässt, sieht man viele Orte, die schwer unter Erdbebeneinfluss stehen. Einige ländliche Siedlungen sehen aus, als wären sie nach einem Erdbeben sich selbst überlassen worden.

Interessant ist aber dennoch der Wechsel der Natur. Während der Norden noch eher von Regenwald bedeckt ist, stehen Teile des Südens unter Wüsteneinfluss. An der Küste treffen Berge und Strand (Lima), oder eben Wüste und Strand (Paracas) aufeinander. Beeindruckend sind aber auch die Gegensätze abseits der Küste.

Huacachina
Die Oase Huacachina liegt mitten zwischen an die 100 Meter hohe Dünen. Huacachina ist eine Oase der Ruhe. Es gibt hier nicht viel zu tun, also kann man den ganzen Tag mit Buggy fahren, Sandboarden oder Dünen rauf- und runterklettern verbringen. Dazu gibts noch die Lagune zum Baden. Damit ist man auch eigentlich einen guten Tag ausgelastet. Am Nachmittag kommen die ganzen Tagestouren an, dann wird es ein wenig belebter. Nach Sonnenuntergang reisen diese aber in Kolonne wieder ab, so dass die Bars und Restaurants nicht übermäßig voll sind. Die meisten Reisenden verbringen nicht mehr als eine Nacht hier. Wer nach Lima etwas Ruhe braucht, kann aber noch eine 2. Nacht dranhängen.

huacachina

Es gibt in Huacachina nur einen Geldautomaten, der angeblich oft leer ist. Hatte aber keine Probleme – nachdem meine Kreditkarte wieder entsperrt war.

Nazca
Nazca hat weit mehr zu bieten, als nur die berühmten Nazca Linien. Man schafft aber dennoch die wesentlichen Sachen in 1-2 Tagen abzudecken.

Nazca war die erste Stadt in Peru, die nicht komplett nach Erdbeben aussieht. Die meisten Bilder, die man im Internet findet, sind aber nicht sehr vielversprechend. Die Zahl der Touristen, die in Nazca bleiben ist auch dementsprechend gering.

Things to do:
Ein Flug über die Nazca Linien. Der Flug kostet um die 75 Dollar + Airport Tax von 25 Soles. Einige der Linien sind recht schwer zu erkennen. Da die Linien ein 2000 Jahre altes Relikt sind und einmalig auf der Welt, gibt es hieran aber kein Vorbeikommen.

Acueductos de Cantalloc
Der Aquedukt ist ein altes unterirdisches Bewässerungs System, erbaut von den Nazca. Interessant zu sehen, wie man mit etwas Fantasie auch in der Wüste überleben kann.

Cemetery Chauchilla
Hierbei handelt es sich um einen uralten Friedhof. Die Körper wurden nach dem Tod mumifitiert und sind auch heute noch recht gut erhalten. Die vielen Knochen, die überall aus dem Boden ragen sind gespenstisch.

Cusco
Cusco ist eine Stadt, die man gesehen habe muss. In wenigen Orten in Peru sind traditionelle Kultur und Tourismus so eng verzahnt. Zudem ist die Stadt wohl die schönste in ganz Peru, vielleicht in ganz Südamerika.

cusco

Der Stadtkern von Cusco ist voll mit Kirchen und Museen, wiele Gebäude sehen aus, als wären sie noch aus der Kolonialzeit.

Besonders interessant ist das Inca Museum, da hier viel über die Geschichte der Inca, den Lebenraum der einzelnen Gruppen und deren Errungenschaften erklärt wird.

In der Umgebung von Cusco befinden sich eine Reihe Ruinen, da ich mich auf Machu Picchu konzentrieren wollte, habe ich mir aber nur Saksaywaman angeschaut, die dem Zentrum nähestgelegene.

Von Cusco sollte man eine der vielen Touren nach Machu Picchu nehmen. Von 1 bis 4 Nächte, von Zelt bis Hotel wird alles angeboten. Habe mich für den Jungle Trac entschieden, auch da der “originale” Inca Trail schon ausgebucht war. War aber eine gute Entscheidung, zumal Extra Aktivitäten wie Rafting und Ziplining angeboten werden. Die Route ist definitiv nicht die schönste, die ich je gemacht hab. Es geht eher darum durchzuhalten und sich Machu Picchu zu verdienen. Höhepunkt ist wohl der einstündige Anstieg nach Machu Picchu selbst. Man kann die Strecke auch mit dem Bus fahren. Das hat mir aber der Stolz verboten.

Machu Picchu ist wow! Die Ruinenstadt der Inka gehört definitiv zu den Highlights meiner Reise.

machu_picchu

Neben den Ruinen kann man vor Ort auch noch mehrere Berge besteigen. Einige davon müssen vorab gebucht werden, da die tägliche Besucherzahl limitiert ist. Habe den “langweiligen” kostenlosen Berg genommen, auch weil ich mich vorab nicht ausreichend informiert hab. Ist aber vollkommen in Ordnung. Zumal die Ruinenstadt selbst eh aufregender ist. Hatte zudem Glück, dass gegen Mittag die Touristenströhme durch einsetzenden Regen hinausgespült wurden und Machu Picchu am Nachmittag sehr leer war. Ganz frühes Aufstehen lohnt sich nur bedingt, da vom Sonnenaufgang in der Regel nicht viel zu sehen ist.

 

Die Regenzeit sollte man in Peru ernst nehmen. Erdrutsche können Zeitpläne durcheinander bringen. Bin selbst einen Tag auf unbestimmte Zeit bei einer der heißen Quellen gestrandet – nicht der schlimmste Ort zum Verweilen. Die Räumkomandos sind aber überraschend schnell.

Kulinarisch ist das Land gewöhnungsbedürftig. Viele Gerichte gibt es mit Pommes + Reis und viel Koriander. Ceviche und Mollejas (Kalbsmagen) sind gar nicht mein Ding. Es gibt aber dennoch ausreichend viele gute Sachen.

Peru war schon vor der Reise einer meiner vermeintlichen Höhepunkte. Das Land hat sich aber selbst übertroffen. Peru ist sehr sicher und kulturell interessant, die Menschen sind hilfsbereit und offen. Busreisen gibt es zwischen sehr billig und sehr komfortabel. Peru ist eines der abwechslungsreichsten Länder, das ich je gesehen hab. Ein absolutes Must Visit!

MfG u.s.w.
Andy aka Yps

Geschrieben am 10.03.2014 von Yps in Reise | 0 Kommentare |

El Salvadaor – kleines Land ganz groß

Bevor ich nach El Salvador aufgebrochen bin, habe ich viele Dinge gehört, von der großen Gefahr ausgeraubt zu werden und dass man hier so gut surfen kann. Was mir nie einer gesagt hat ist aber, dass San Salvador eher an eine südeuropäische Stadt erinnert, als an ein Dritte Welt Land. Natürlich hatte ich erwartet auch spanische Einflüsse zu sehen, die Stadt wirkt aber nicht arm. Es gibt Gegenden mit großen und prunkvollen neuen Häuser, amerikanisch wirkenden Shopping Malls, und die Autos auf den Straßen sind, bis auf die Busse, kaum älter als 20 Jahre.

Die richtig armen Viertel sind recht versteckt, man entwickelt nicht direkt ein Auge dafür, mit etwas Aufmerksamkeit sind sie aber immer mal wieder und mittendrin zu finden.

In El Salvador erhält die Gemütlichkeit Einzug, frühstücken bis zum Mittag oder irgendwo Kaffee trinken und den Ausblick genießen, gehören zum Tag einfach dazu.

Es gibt ein paar interessante kulinarische Spezialitäten, oft fritiert, oft süß, aber vollkommen anders. Wie z.B. eine Kochbanane mit einer Art Grieß oder etwa Fisch gegart durch Zugabe von Limettensaft (Ceviche – gibt es überall in Lateinamerika). Probieren sollte man auch Popusa in seinen unterschiedlichsten Varianten. Wer gern experimentiert kann auch Kaffee aus geröstetem Mais probieren.

Das Land ist, was Sehenswürdigkeiten betrifft, sehr abwechslungsreich. So ist La Libertad sehr auf Backpacker ausgerichtet. Es gibt hübsche Restaurants und fangfrischen Fisch. In Santa Tecla findet man jede Menge Clubs und Bars, in denen man die Abende verbringen kann, bei Livemusik oder Karaoke.

Die Ruta de las Flores hat entgegen allen Erwartungen wenig mit Blumen zu tun. Dafür gibt es ein paar hübsche kleine Städtchen, mit kleinen bunten Häusern und Läden die von der Hängematte bis zum handgemachten Staubfänger alles anbieten.

Ein unbedingtes Muss ist eine Tour zu einem der an die 100 Vulkane im Land. Santana bietet neben einem tollen Ausblick auch noch einen atemberaubenden Krater.

el_salvador_sonnenuntergang

 

Es folgt ein wenig Kultur. Neben den Ruinen von Joya de Ceren, der einzigen erhaltenen Maya-Siedlung und Weltlulturerbe ist San Andrés ein gut erhaltener und wenig erforschter Tempelkomplex.

San_Andres

Wen das noch nicht reicht, der sollte sich auf einen der Schamanen einlassen. Man spürt förmlich die Energie, die von ihnen ausgeht und vielleicht kann man das ein oder andere über sich selbst erfahren. Die guten haben es nicht auf Geld abgesehen, also nicht suchen, wenn man soweit ist, wird man schon gefunden.

El Salvadaor bietet zudem mit die schönsten und einsamsten Strände der Welt. Eine für Backpacker geeignete Unterkunft ist La Tortuga Verde in der Nähe von El Cuco. Tom, der Besitzer, wirkt zeitweise etwas überheblich, er kennt aber jeden in der Gegend und bekommt für alles die besten Preise. Außerdem kann man Babyschildgröten ins Meer helfen.

Wen es hier noch nicht paradisisch genug ist, der sollte eine Nacht auf der Insel Meanguera del Golfo verbringen.

Meanguera

Hier kann man in Hängematten unterm Sternenhimmel schlafen. Bei Nacht ist es so dunken, dass man im Wasser kleine leuchtende Lebenwesen sehen kann. Das Erlebnis, im Wasser zu stehen und sich die Füße vom mit leuchtenden Punkten übersehten Wasser umspühlen zu lassen, ist einmalig.

El Salvadaor ist absolut sehenswert und sehr viel besser als sein Ruf, man sollte wachsam sein und sich informieren, wo man sich aufhalten kann und wo nicht – besser vor Ort und nicht mittels Reisewarnungen des Auswärtigen Amtes. Man muss aber keinesfalls in ständiger Angst leben. Spanisch ist auf jeden Fall empfehlenswert. Zum Shoppen ist das Land zu teuer, Essen und Trinken gibt es aber in jeder Preisklasse, genau wie Unterkünfte.

Dieses kleine Land hat sich ganz heimlich zur Nummer 1 meiner Reise gemausert, vor allem weil die vielen Erlebnisse so unerwartet waren und weil das Land touristisch noch nicht so sehr überlaufen ist. Die Einheimischen gehören zu den glücklichsten auf der Welt, auch die armen, sie sind höflich und offen und freuen sich, dass man ihrem Land eine Chance gibt.

MfG u.s.w.
Andy aka Yps

Geschrieben am 25.02.2014 von Yps in Reise | 0 Kommentare |
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